Heidenheimer Sonnenuhr mit Sonnen- und Zeitpfad
Zeit "begreifbar" machen - das will der Heidenheimer Zeit- und Sonnenpfad.
Jubiläum: 25 Jahre Sonnen- und Zeitpfad
Der Festzug des Schnaitheimer Kinderfests machte am Samstag 11. Juli 2026 am Sonnen- und Zeitpfad Station. Im Rahmen eines Festakts wurde die Anlage nach umfassender Renovierung erneut eingeweiht. Als Initiator hatte der Lionsclub Heidenheim-Steinheim den in Heidenheim geborenen Wissenschaftsastronauten Dr. Gerhard Thiele eingeladen. Wie schon im Mai 2000 legte er erneut eine Urkunde in den Himmelszeiger ein. Die Urkunde zeigt die Landschaft zwischen Steinheimer Becken und Nördlinger Ries in einer dreidimensionalen Darstellung. Für dieses Bilder wurde die Erdoberfläche mit Radarstrahlen abgetastet. Dr. Thiele leitete den wissenschaftlichen Teil dieser Mission, für die er im Februar 2000 elf Tage lang an Bord des Spaceshuttle Endeavour war.
Der Standort
Die Sonnenuhr befindet sich südlich von Schnaitheim am Brenzufer zwischen Ballspielhalle und Bonifatiuskirche.
Routenplaner
Die Sonnenuhr
Der Schattenstab der Sonnenuhr ist parallel zur Erdachse ausgerichtet. Entsprechend dem Breitengrad Heidenheims steht er in einem Winkel von 48,68 Grad zur Horizontalen. Seine Spitze mit dem Himmelsglobus zeigt auf den Polarstern.
Die Tageszeit kann zwischen 7 und 18 Uhr am Schatten abgelesen werden, den der Stab auf die Zeitskala wirft. Um 12 Uhr mittags hat die Sonne in Heidenheim ihren höchsten Stand noch nicht erreicht, weil der Längengrad, auf den sich die Mitteleuropäische Zeit bezieht, durch Görlitz an der Neiße geht.
Die Sonne braucht 19 Minuten, um von dort nach Heidenheim zu kommen. Die Skala ist also um diese Zeitspanne versetzt.
Der Himmelsbote
Der in Heidenheim gebürtige Astronaut Dr. Gerhard Thiele verewigte sich schon zweimal mit einer Grußbotschaft im Zeiger der Sonnenuhr. Bei seinem ersten Besuch am 23. Mai 2000 legte er eine dreidimensionale Aufnahme der Ostalb in die Spitze, die bei der Radarkartierung aus dem Weltall drei Monate zuvor entstanden war.
Dr. Thiele war wissenschaftlicher Leiter dieser NASA-Mission. Zur Wiedereinweihung am 11. Juli 2026 brachte Dr. Thiele wieder eine Urkunde mit.
Der Himmelsglobus
Zur Sommersonnenwende, am 21. Juni, erreicht die Sonne ihren höchsten Stand am Himmel. Zur Wintersonnenwende, am 21. Dezember, steht sie am tiefsten. Jeweils zur Tag-und-Nacht-Gleiche am 21. März und 23. September überquert sie den Äquator.
An diesen Tagen fällt der Schatten der blauen Kugel um 12 Uhr und 19 Minuten auf entsprechend beschriftete und auf der Längsachse der Anlage angeordnete Tafeln.
Zur Tag-und-Nacht-Gleiche wandert der Schatten der Kugel entlang der Mittellinie des Querwegs, der den Äquator symbolisiert.
Der Planetenweg
Die mit bloßem Auge sichtbaren Planeten Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn sind entsprechend ihrer Größe, Farbe und Stellung zur Sonne symbolisch als Findlinge auf dem Pfad aufgestellt. Die Erde als blauer Planet hat eine Sonderstellung an der Spitze des Schattenstabs. Im Sonnensystem befindet sich die Erdumlaufbahn in derselben Ebene wie die übrigen Planeten.
Der Tierkreis
Der Zeitpfad
Die Arche Noah ist Blickfang am Nordeingang der Anlage. Besucherinnen und Besucher betreten den Zeitpfad über eine bronzene Schwelle und versetzen sich damit gedanklich in die Bronzezeit 3.000 Jahre vor Christus. Beim Weitergehen erkennen Sie an den Symbolen der Tafeln die geschichtliche Zuordnung bis zur Gegenwart.
Der Zeitpfad ist in den Sonnenpfad integriert. An den beiden Längsseiten wird er von Geländern begrenzt, auf denen im Abstand von je einem Meter 25 Bronzetafeln befestigt sind.
Sie stehen in Zeitschritten von 200 Jahren symbolisch für Ereignisse und Entdeckungen, die Gesellschaft und Wissenschaft in Europa entscheidend verändert haben.
Begreifen
Zeit "begreifbar" machen - das will der Heidenheimer Zeit- und Sonnenpfad.
Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, Vereine, Schulen, Auszubildende, Firmen und nicht zuletzt die Stadt Heidenheim arbeiteten Hand in Hand. Auf dem Grundstock des Vermächtnisses einer Schnaitheimer Bürgerin kamen Sach- und Geldspenden im Wert von 150.000 Euro zusammen. So konnte die Groß-Sonnenuhr am 21. Dezember 2000 - pünktlich zum dritten Jahrtausend - an die Stadt übergeben werden. In den Jahren 2025 und 2026 regte sich erneut bürgerschaftliches Engagement, um die Anlage aufzufrischen. Als Initiator kümmert sich der Lionsclub Heidenheim-Steinheim in einem nächsten Schritt um ein barrierefreies Leit- und Informationssystem, das die alten und verwitterten Informationstafeln ersetzt.
Kombinieren
Die Kombination von Sonnenuhr, Himmelsglobus, Planetenweg, Tierkreis und Zeitpfad macht die Heidenheimer Darstellung so einmalig und unverwechselbar.
Die Anlage ist 31 Meter lang und 13 Meter breit. Sie ist barrierefrei und mit Blindenschrift versehen. Der Schattenstab ragt fünf Meter hoch. An seiner Spitze befindet sich der Himmelsglobus mit einer blauen Kugel in der Mitte. Sie symbolisiert unsere Erde, den Blauen Planeten. Der Globus wird eingehüllt vom Himmelsäquator, den Wendekreisen und der scheinbaren Bahn der Sonne und der Planeten am Firmament (Ekliptik).



